Fischhof-Preis 1995
Kampagnen
Die Preisverleihung fand am 21.September 1995 in der Wasserkirche in Zürich statt. Die Festrede hielt der damalige Bundesrat Flavio Cotti zum Thema "Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaat als Aufgabe der schweizerischen Innen- und Aussenpolitik".Preisträger Fischhofpreis 1995
Rosmarie Dormann
erhält den «Fischhof-Preis»vor allem in Anerkennung ihrer Tätigkeit als Präsidentin des eidgenössischen Komitees «Ja zum Antirassismus-Gesetz». Weder Drohungen noch Beschimpfungen haben sie daran gehindert, ihre Aufgabe mit grosser Zivilcourage wahrzunehmen.
Nach den üblichen Schulen besuchte sie vier Jahre die Höhere Fachschule für Sozialarbeit in Luzern. Schon früh befasste sie sich mit Jugendarbeit und bereits in jungen Jahren wurde sie sensibilisiert für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Sie war Gemeindefürsorgerin von Littau, Amtsvormund der Ämter Sursee und Hochdorf und Laienrichterin am Amtsgericht Hochdorf. Seit 1987 ist Rosmarie Dormann Nationalrätin und in dieser Eigenschaft auch Präsidentin der Parlamentarischen Gruppe gegen Rassismus, der Parlamentarischen Gruppe für IV-Fragen und Mitglied des CVP - Präsidiums der Schweiz. Peter Hirsch Surava verstarb kurz nach der Fischhof-Preis-Verleihung am 23. November 1995.
Peter Hirsch-Surava
erhält den «Fischhof-Preis» in Anerkennung seines Mutes, seiner aufrechten Haltung und seiner Opferbereitschaft in einer schwierigen Zeit. Er wurde 1912 als Hans Werner Hirsch in Zürich geboren, besuchte die Schulen in Rüschlikon und absolvierte eine kaufmännische Lehre in Zürich. Von 1940 bis 1945 war er leitender Redaktor der «Nation», einer Zeitung, die 1933 von einer Gruppe aufrechter, demokratisch gesinnter Frauen und Männer gegründet worden war mit dem Ziel, dem Ungeist des Nationalsozialismus, der auch in die Schweiz eingedrungen war, entgegenzutreten. Seine Tätigkeit zeichnete sich durch einen unerbitterlichen Kampf gegen die Pressezensur aus, die er als grosse Gefahr für das freiheitliche Wort und die Demokratie erkannte. Seine im Jahre 1941 amtlich erfolgte Namensänderung in Hirsch-Surava wurde später von der Gemeinde Surava bekämpft, und das Bundesgericht untersagte ihm die Weiterführung des Namens. Somit wurde ihm die letzte Existenzgrundlage als Journalist entzogen und er verlor seine soziale und psychische Identität. Nach jahren publizierte der 83jährige Autor - er nante sich nun Peter Hirsch - sein Buch «Er nannte sich Surava», das beachtliches Aufsehen erregte, zu einem Dokumentarfilm gemacht wurde und auch eine hochaktuelle Bedeutung für unsere heutige erhalten hat. Im Frühsommer 1995 wurde Peter Hirsch-Surava zum Ehrenbürger der Gemeinde Surava ernannt.






