Fischhof Preis 2005

Kampagnen

Am 27. Oktober 2005 fand die Verleihung des Fischhof-Preises 2005 im Kongresshaus Zürich statt. Alle Reden und die Photobücher der Verleihung zum herunterladen finden Sie in der Rubrik Dokumente auf dieser Seite.  

Preisträger Fischhof-Preis 2005


Paul Rechsteiner

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz ehren Nationalrat Paul Rechsteiner mit dem Fischhof-Preis für seinen entschiedenen Einsatz gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus; die Rehabilitation des St. Galler Flüchtlingshelfers Paul Grüninger, sowie seinen unbeirrbaren Kampf für Gerechtigkeit und die Rechte von Minderheiten und sozial Schwächeren in Politik und Gesellschaft.Nationalrat Paul Rechsteiner, 1952 geboren, wuchs in St. Gallen auf. 1975 schloss er sein Jura-Studium (in Freiburg und Berlin) ab, seit 1980 arbeitet er als selbständiger Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Arbeits- und Sozialversicherungsrecht sowie Strafverteidigungen in St. Gallen. Unter anderem führte er die Prozesse um die Rehabilitierung des Flüchtlingsretters Paul Grüninger und von Joseph Spring, der 1943 als Jugendlicher von den Schweizer Grenzbehörden an die Nazis ausgeliefert wurde.
Schon früh war er in verschiedenen sozialen und Solidaritätsbewegungen aktiv, so z.B. als Vizepräsident des Schweizerischen Mieterverbandes und Präsident der Schweizerischen Anti-Apartheidbewegung, im Komitee "Schluss mit dem Schnüffelstaat" oder als Mit-Initiant des Manifestes vom 21.01.1977 gegen Antisemitismus.
Paul Rechsteiner ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei, war 1977 - 84 Gemeinderat im Stadtparlament und 1984 - 86 Mitglied des Grossen Rates St. Gallen. Seit 1986 ist er Nationalrat und zeichnet als Urheber der Vorstösse zur Ratifikation der UNO Menschenrechspakte, zur vollständigen Abschaffung der Todesstrafe, für das Gesetz über die Aufhebung von Strafurteilen aus der Zeit des Nationalsozialismus und als Mit-Initiant des Bundesbeschlusses über die Einsetzung der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz-2. Weltkrieg. Ausserparlamentarisch betätigt er sich als Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes und Stiftungsrat der Paul Grüninger Stiftung.

Joseph S. Blatter

Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz ehren den Präsidenten der FIFA und Weltbürger Joseph S. Blatter mit dem Fischhof-Preis dafür, dass er seit Jahren, gerade auch anlässlich des 100. Jubiläums seines Verbandes, den Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus in der Fussballwelt ins Zentrum seines öffentlichen Engagements gestellt hat.
Joseph (Sepp) Blatter wurde im März 1936 in Visp geboren. Nach Collège und Matura schloss er seine Ausbildung an der Universität Lausanne mit dem Lizentiat der Handels- und Volkswirtschaftswissenschaften ab. Seine Berufslaufbahn begann er als PR-Chef des Walliser Verkehrsverbandes, wurde danach Generalsekretär des Schweizer Eishockeyverbandes und setzte seine Karriere als Journalist und PR-Fachmann im sportlichen und privatwirtschaftlichen Sektor fort.
1975 wurde Sepp Blatter Direktor der Entwicklungsprogramme der FIFA, 1981 Generalsekretär und im Juni 1998 deren achter Präsident. Fünf Fussball-Weltmeisterschaften wurden bisher unter seiner Leitung durchgeführt. Unter seiner Aegide entstanden die Ideen und Grundlagen für die Wettbewerbs- und Ausbildungsprogramme der FIFA und viele neue Wettbewerbe und Meisterschaften, die heute integraler Bestandteil der weltweiten Aktivitäten sind. Sepp Blatter gehört zu den versiertesten Protagonisten auf dem Parkett der internationalen Sportdiplomatie und stellt sich vollumfänglich in den Dienst des Fussballs, der FIFA und der Jugend. Seit vielen Jahren ist Sepp Blatters Credo, dass der Fussball eine gesellschaftliche Verantwortung trägt. Deshalb engagiert er sich für eine breite Palette humanitärer Projekte, so z.B. die Partnerschaft der FIFA mit den SOS-Kinderdörfern, die UNICEF, die WHO, für wirtschaftlich benachteiligte Regionen, Flüchtlingslager in aller Welt und den Kampf gegen Kinderarbeit. Sein Ziel ist, durch den Fussball und die Botschaft des Fairplay dazu beizutragen, dass sich die Völker dieser Welt untereinander besser verstehen.
 

Preisträger GRA Medienpreis 2005

Hans Stutz

Hans Stutz, 1952 geboren und aufgewachsen im Luzerner Seetal , in einer Gegend also, die damals noch von den Katholisch-Konservativen dominiert wurde und in der Vorurteile gegen Juden und Schwarze stillschweigend geduldet wurden. Erstmals direkt konfrontiert it diskriminierenden Aussagen und Praktiken wurde er Anfang der 70er-Jahre im Vorfeld der Schwarzenbach-Initiative, beispielsweise als er während der Ferien auf einer Baustelle arbeitete.
Nach einigen wenigen Berufsjahren als Sekundarlehrer allmählicher Einstieg in den Jour-nalismus. Mitte der 80er-Jahre erste Recherchen und erste Publikationen über Luzerner Fröntler und Nationalsozialisten der 30er- und 40er-Jahre. Nach dem Auftreten der Patrio-tischen Front in der Innerschweiz (1989) Beschäftigung mit den aktuellen rechtsextremis-tischen Strömungen in der Schweiz. Ab 1995 jährliche Publikation der Chronologie „Rassistische Vorfälle in der Schweiz“, herausgegeben von der Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz GMS und der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus GRA. 1997 Publikation des Buches „Fröntler und Nationalsozialisten in Luzern, 1933-1945“, nach vielen Auseinandersetzungen mit Archivaren und mit dem Stadtpräsidenten von Luzern. Im Herbst 2000 veröffentlicht er das Buch „Der Judenmord von Payerne“, über die Ermordung des jüdischen Viehhändlers Arthur Bloch durch Waadtländer Nazis, begangen im April 1942. Seit Mai 2000 ist er auch Chefredaktor des Medienmagazins “Klartext“ und seit September 2000 sitzt er im Luzerner Stadtparlament, als Parteiloser gewählt auf der Liste des Grünen Bündnis.