Fischhof-Preis 1992

Kampagnen

Die Preisverleihung fand am 5. März 1992 im Hotel "Baur en Ville" in Zürich statt. Ein Höhepunkt war die Gastrednerin Prof. Dr. Rita Süssmuth, damalige Präsidentin des Deutschen Bundestages, die eine Rede zum Thema "Fremdenfeindlichkeit und Rassismus - Bewährungsprobe für die Demokratie" hielt.

Preisträger Fischhofpreis 1992


Dr. h.c. Alfred A. Häsler

erhält den «Fischhof-Preis» in Anerkennung für sein unerschrockenes Eintreten gegen Nazismus und Antisemitismus vor und während des 2. Weltkriegs als Journalist. Für sein mutiges Eintreten als Schreibender und Sprechender gegen Rassenhass und Antisemitismus aus innerer Verpflichtung. Als Mahner während Jahrzehnten nach dem Kriege, einstehend für Toleranz und friedfertiges Zusammenleben, kämpfend gegen jede Form von Diskriminierung. In Anerkennung für sein gesamtes literarisches Schaffen, in dem er insbesondere mit dem Buch «Das Boot ist voll» ein bleibendes Zeichen für seine Gesinnung setzte.
Alfred A. Häsler wurde am 19. März 1921 geboren. Journalist bei «Der Nation» und den «Walliser Nachrichten». Ständiger redaktioneller Mitarbeiter bei der Tageszeitung «Die Tat». Redaktor bei der Wochenzeitung «Die Weltwoche». Autor von rund 30 Büchern. Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Zürich, Honorary Fellow der Hebräischen Universität Jerusalem.

Rolf Lyssy

erhält den «Fischhof-Preis» in Anerkennung für sein filmisches Schaffen. Er ist mit der Produktion «Konfrontation - Das Attentat von Davos» gegen Engstirnigkeit, Intoleranz und Machtmissbrauch angetreten. Wesentliche Teile seines filmischen Schaffens haben dazu beigetragen, sozusagen als Gegengift, rassistisches Gedankengut aus der Welt zu schaffen, oder wenigstens etwas abzubauen. Mit seinem Film «Die Schweizermacher» hat er ein nationales Thema aufgegriffen, den ernsten Hintergrund in humoristischer Manier abgehandelt und damit ein radikales Umdenken in der schweizerischen Einbürgerungspraxis bewirkt.
Rolf Lyssy wurde 1936 geboren. Ausbildung zum Fotografen. Kamera-Assistent bei Dokumentar- und Spielfilmproduktionen. Produzent, Filmautor, Regisseur, Schriftsteller.

Preisträgerin Journalistenpreis 1992

Dr. Klara Obermüller

erhält den «Journalistenpreis» in Würdigung ihres engagierten beruflichen Wirkens. In vorbildlicher Weise erhebt sie immer wieder ihre geschriebene Stimme, wenn es darum geht, Minderheiten beizustehen, denen mit rassistischen und fremdenfeindlichen Gefühlen begegnet wird. Klara Obermüller ergreift so als politische Journalistin Partei und stellt mutig Sachverhalte dar, die hierzulande leicht Gefahr laufen, verdrängt zu werden.