Fischhof-Preis 1994

Kampagnen

Die Preisverleihung fand am 5.Mai 1994 in der Wasserkirche in Zürich statt. Die Festrede hielt Prof. Dr. Jagmetti, damaliger Ständeratspräsident, zum Thema "Menschenrechte -Rassismus - Demokratie".

Preisträger Fischhofpreis 1994


Verena Grendelmeier

erhält den «Fischhof-Preis» in Anerkennung ihres journalistischen und politischen Schaffens, das immer im Dienste von Minderheiten stand und heute noch steht. Besonders von Vorteil erwies sich ihre grosse Medienerfahrung, die sie stets in ihre politischen Anliegen einzubinden wusste. Als Gründungsmitglied der Parlamentarischen Gruppe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzt sie sich auf höchster Ebene für eine gerechtere Gesellschaft ein und arbeitet immer wieder in Kommissionen, die gegen die Diskriminierung in all ihren möglichen Formen antreten. Schon vor sechs Jahren, bevor die Heime für Asylbewerberinnen und -bewerber zu brennen begannen, verlangte sie im Parlament einen Bericht über rechtsextreme Umtriebe in der Schweiz. Ihr ständiges Nachhaken während Plenumsdiskussionen oder Fragestunden zeichnet sie als einen Menschen aus, der wohl weiss, wie wichtig die unermüdliche Thematisierung gesellschaftlich bedrohlicher Entwicklungen ist.
Verena Grendelmeier wurde 1939 in Zürich geboren. Nach dem Primarschullehrer - Diplom besuchte sie verschiedene Schauspielschulen und übernahm Regie - Assistenzen an Theater und Oper. Seit 1967 arbeitet sie beim Schweizer Fernsehen DRS als Moderatorin, Filmberichterstatterin und Redaktorin für die innenpolitische Sendung «CH-Magazin», heute ist sie dort Mediendozentin. 1983 wurde sie nach siebenjähriger Mitgliedschaft im Zürcher Kantonsrat zur Nationalrätin gewählt.

Jürg Frischknecht

erhält den «Fischhof-Preis» in Würdigung seiner Tätigkeit im politisch engagierten und couragierten Journalismus. In seiner einzigartigen Hartnäckigkeit reisst Jürg Frischknecht als Schreibender immer wieder Stellen auf, die etwas Faules im Staate verbergen. «Die unheimlichen Patrioten» heissen dann beispielsweise seine Enttarnungen oder «Schweiz, wir kommen. Die neuen Fröntler und Rassisten». Nie liess er sich einen Maulkorb verpassen, aber gleichzeitig gab er auch nie auf. Im Gegenteil: Seine gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse verbreitet er in zahlreichen Kursen und Seminarien. Seine Einmischung in medienpolitische Belange verweist auf eine Weltsicht, die erahnt, dass eine totale Verkommerzialisierung der Medien Minderheiten noch mehr verdrängen wird.
Jürg Frischknecht wurde am 23. Januar 1947 in Herisau geboren. Als Korrespondent und Redaktor war er an verschiedenen Zeitungen tätig, bis er 1983 mit den Schwerpunkten Medienpolitik, Rechtsradikalismus und Ökologie des Alpenraumes als freier Journalist und Buchautor zu publizieren begann. Sein Schaffen wurde 1987 mit dem Zürcher Journalistenpreis belohnt. Daneben arbeitet er als Kursleiter und Referent.

Preisträger Medienpreis 1994


Dr. Regula Heusser Markun

erhält den Medienpreis in Würdigung ihres grossen journalistischen Einsatzes in den Problemstellungen von Minderheiten, von Migration und der schweizerischen Sozial- und Jugendpolitik. Insbesondere ihre vielfältige Kenntnis der Ex - Sowjetunion und ihre zugleich engagierte und behutsame Hintergrund - Berichterstattung aus diesem zerfallenden reich gaben ihr ein Profil, das weithin Beachtung fand.
Regula Heusser Markun studierte an der Universität Zürich Slawistik, Geschichte und Ethnologie. Seit 1980 ist sie Redaktorin bei der NZZ. Sie veröffentlichte verschiedene Bücher über den Vielvölkerstaat Sowjetunion.

Hans-Peter Meng

erhält den Medienpreis in Würdigung seines lamgjährigen Wirkens als Radiojournalist. Als Informationschef des Radiostudios Zürich und später als Leiter von «Radio Z» hat er mit feinem Gespür Menschen in diesen Medien zu Wort kommen lassen, die Anliegen von Minderheiten oder sogenannten Randgruppen vertreten haben.
Er liess sich nie vom Strom des Zeitgeistes treiben. Sein Eintreten für Israel in einer für dieses Land schweren Zeit war nie unkritisch, jedoch stets solidarisch. Seine klare Position gegen Antisemitismus und den neu aufkeimenden Rechtsradikalismus hat gebührende Resonanz gefunden.
Hans-Peter Meng wurde 1929 in Zürich geboren. Seine erste journalistische Station bezog er als Filmkritiker bei der «Weltwoche». Später wechselte er, «als fliegender Reporter», zum Radiostudio Zürich, wo er kurz danach das «Echo der Zeit» redaktionell betreute. Meng war dann 20 Jahre lang Informationschef dieses Studios, bis er, zusammen mit anderen, den Privatsender «Radio Z» gründete. Meng hat sich vor allem einen Namen als Reporter draussen in der Welt und als kritischer Interviewer der «Mächtigen» gemacht.

 

 
 

Fotogalerie

Fischhopreisverleihung
Fischhopreisverleihung
Mit freundlicher Genehmigung von Vivianne Berg (v.l.n.r. a.NR Cécile Bühlmann, GRA-Präsident Dr. Ronnie Bernheim, Preisträger Prof. Dr. Georg Kreis, GMS-Präsident Prof. Dr. Werner Kramer, Festredner Roger de Weck)