Fischhof Prize 1999

Kampagnen

Die Preisverleihung fand am 26. April 1999 in der Wasserkirche in Zürich statt. Die Festrede hielt die damalige Nationalratspräsidentin Trix Heberlein.

Preisträger Fischhofpreis 1999

Bundesrat Flavio Cotti
erhält den «Fischhof-Preis» in Anerkennung seines Eintretens für die Aufarbeitung der Vergangenheit unseres Landes, für die Einführung der Antirassismusnorm in der Strafgesetzgebung, sowie in Würdigung seines Engagements gegen Diskriminierung von Minderheiten und Fremden im Bildungswesen. Der Sohn einer aus dem Maggiatal stammenden Kaufmannsfamilie wurde am 18. Oktober 1939 als Bürger von Prato Sornico (Valle Maggia) in Muralto bei Lugano geboren. Nach der Mittelschule in Ascona und am Kollegium Samen studierte er an der Universität Freiburg Rechtswissenschaften. Bereits während der Studienzeit war Flavio Cotti politisch aktiv und wurde als 25-jähriger in den Gemeinderat von Locarno gewählt. Ein Jahr danach nahm er in Locarno seine Tätigkeit als Anwalt und Notar auf. Zwei Jahre später gelang ihm der Start in die kantonale Politik. Nach acht Jahren als Grossrat wechselte Cotti im Alter von 36 Jahren in die Tessiner Kantonsregierung. Er stand dem Volkswirtschafts-, dem Justiz- und dem Militärdepartement sowie kurzfristig auch dem Departement des Innern vor. 1977 und 1981 war er Staatsratspräsident des Kantons Tessin. Unter Cottis Führung wurden weitgehend neue gesetzliche Grundlagen für die wirtschaftliche Entwicklung des Tessins geschaffen, im speziellen Gesetze zur Förderung der Industrie, des Tourismus, der Landwirtschaft und der Bergregionen. Auch präsidierte Flavio Cotti von 1976 bis 1984 die Ente Ticinese per il Turismo (Amt für Tourismus). Nach achtjähriger Tätigkeit trat Cotti im Frühjahr 1983 aus der Tessiner Kantonsregierung zurück. Im Herbst des gleichen Jahres wurde Cotti mit dem besten Resultat aller Tessiner Kandidaten zum Nationalrat gewählt. Im Februar 1984 wurde er als erster Tessiner zum Präsidenten der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP) der Schweiz gewählt, nachdem er seit 1981 auch die Tessiner CVP-Kantonalpartei geleitet hatte. Die Vereinigte Bundesversammlung hat Flavio Cotti am 10. Dezember 1986 zum Bundesrat gewählt. In der Bundesratssitzung vom 19. Dezember 1986 ist ihm die Leitung des Eidgenössischen Departements des Innern übertragen worden. Die Vereinigte Bundesversammlung wählte Flavio Cotti am 5. Dezember 1990 zum Bundespräsidenten für das Jahr 1991 und erneut am 10. Dezember 1997 zum Bundespräsidenten für das Jahr 1998. Am 1. April 1993 hat Cotti die Leitung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten übernommen. Flavio Cotti ist der siebente Tessiner, der in die Landesregierung gewählt wurde. Am 1. Januar 1996 wurde Flavio Cotti turnusgemäss amtierender Vorsitzender der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Neben seiner Muttersprache Italienisch spricht Flavio Cotti Deutsch, Französisch und Englisch. Er ist verheiratet mit Renata, geb. Naretto, und Vater einer erwachsenen Tochter, Maria Chiara.