Fischhof-Preis

Kampagnen

Fischhof-Preis 2011 an Dr. Claudia Kaufmann und Ständerat Dick Marty verliehen


Zürich, 25. Oktober 2011  –  Die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz haben am 25. Oktober 2011 mit der Verleihung des diesjährigen Fischhof-Preises im Zunfthaus zur Meisen in Zürich wiederum zwei Persönlichkeiten geehrt, die sich während vieler Jahre in verschiedenen Funktionen intensiv für die Menschenrechte engagiert und im Einsatz für die Rechte von Minderheiten sowie gegen Rassismus, Diskriminierung und Unterdrückung verdient gemacht haben.


(Copyright by Vivianne Berg) 
v.l.n.r.: Prof. Werner Kramer (Ehrenpräsident GMS), Dr. Giusep Nay (a.Bundesgerichtspräsident und GMS Vorstand), Dr. Claudia Kaufmann (Fischhof-Preisträgerin 2011), Dr. Ronnie Bernheim (Präsident GRA), Corine Mauch (Stadtpräsidentin Zürich), Ständerat Dr. Dick Marty (Fischhof-Preisträger 2011), a.Nationalrätin Cécile Bühlmann (Vizepräsidentin GMS und Laudatorin für Claudia Kaufmann),  Prof. Daniel Thürer (Laudator für Dick Marty).

Die GRA Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus und die GMS Gesellschaft Minderheiten in der Schweiz haben am 25. Oktober 2011 den diesjährigen, mit insgesamt CHF 50'000 dotierten Fischhof-Preis an Dr. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich, und an Dr. Dick F. Marty, Tessiner FDP-Ständerat und Mitglied des Europarates, verliehen. Damit sind dieses Jahr wiederum zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet worden, die sich durch ihre Haltung und Taten ganz besonders für die Rechte von Minderheiten, Respekt, Aufklärung und im Kampf gegen Ausgrenzung und Rassismus jeglicher Art verdient gemacht haben. Die Zürcherin Nanny Fischhof-Barth stiftete den alle zwei Jahre verliehenen Preis in Erinnerung an ihre Schwester, die durch Heirat mit einem Belgier den Schweizer Pass verloren hatte, nicht mehr in ihre Heimat eingelassen und so als Jüdin durch die Nazis ermordet wurde. Gleichzeitig war sie dankbar, dass ein österreichischer Jude im Krieg in der Schweiz aufgenommen und so später ihr Ehemann geworden war.

Der nun geehrten Claudia Kaufmann wurde der Fischhof-Preis 2011 verliehen in Anerkennung ihrer wegweisenden Arbeit für die Gleichstellung der Frau, die sie in der Schweiz geleistet hat, in Würdigung ihrer Leistungen für die Rechte der Fahrenden in der Schweiz, insbesondere für die Stärkung des Vertrauens zwischen Behörden und Jenischen, Sinti und Roma, für die sie sich vorbildlich eingesetzt hat, und als Dank für ihren unerschrockenen Einsatz, jedem Menschen ungeachtet von Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe, Kultur, Religion zu seinem Recht zu verhelfen. In allem hat sie sich bewährt als zuverlässige Anwältin der Menschen- und Persönlichkeitsrechte in unserem Lande.

Dick Marty erhielt den Fischhof-Preis 2011 als Dank für seinen jahrzehntelangen, unbestechlichen Einsatz als Anwalt und Politiker für Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte in der Schweiz und im Ausland, in Würdigung seiner Unerschrockenheit in den Untersuchungen zu geheimen Gefangenentransporten und -lagern in Europa, sowie in Anerkennung seiner mutigen Nachforschungen über Kriegsverbrechen an Gefangenen während des Kosovo-Krieges. In allem hat er sich ohne Rücksicht auf die eigene Person für Recht und Gerechtigkeit exponiert.

An einer stimmungsvollen Feier mit vielen Gästen hielt a.Nationalrätin Cécile Bühlmann die Laudatio für Claudia Kaufmann. Prof. Daniel Thürer, Professor für Völkerrecht an der Universität Zürich, war Laudator für Dick Marty.

Die Medineinformationen sowie die Texte der Fischhof-Preis-Reden 2011 finden Sie in den Attachments am Ende dieser Seite, ebenso wie die Fischhof-Einladung 2011 mit Programm und Lebensläufen.


  Dick Marty



Frau Nanny Fischhof-Barth sel. (1901–1997) hat der GRA einen ansehnlichen Betrag gespendet. Sie tat dies im Gedenken an ihren verstorbenen Gatten Erich Fischhof, der als jüdischer Flüchtling in der Schweiz Zuflucht fand, aber auch in Erinnerung an ihre durch die Nazis ermordete Schwester. Dieser war durch die Schweizer Behörden die Wiedereinreise in ihren Heimatort Zürich verweigert worden, da sie durch ihre Heirat mit einem Ausländer die Schweizer Staatsbürgerschaft verloren hatte.

Im Rahmen einer festlichen Veranstaltung wird der Fischhof-Preis in Höhe von
CHF 50 000.– alle zwei Jahre an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die sich in der Bekämpfung des Rassismus im Allgemeinen und des Antisemitismus im Besonderen in der Schweiz verdient gemacht haben.

Die bisherigen Preisträger sind:

Dr. Claudia Kaufmann, Ombudsfrau der Stadt Zürich und Ständerat Dr. Dick F. Marty (2011); Robert Huber, Präsident der Radgenossenschaft der Landstrasse und der Rapper Stress (2009); Menschenrechtsaktivistin Dr. h.c. Anni Lanz und Prof. Dr. Georg Kreis, Präsident der Eidg. Kommission gegen Rassismus (2007); FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und Nationalrat Paul Rechsteiner (2005); Bundesrat Kaspar Villiger (2003); Stadtpräsident Josef Estermann und Dr. Rolf Bloch (2001); Bundesrat Flavio Cotti (1999); Nationalrätin Cécile Bühlmann und Nationalrätin Dr. Lili Nabholz-Haidegger (1997); Nationalrätin Rosmarie Dormann und Autor Peter Hirsch-Surava (1995); Nationalrätin Verena Grendelmeier und Autor Jürg Frischknecht (1994); Autor Dr. h.c. Alfred A. Häsler und Filmemacher Rolf Lyssy (1992).